Aus verschiedenen Workshops können Sie sich hier eine bedarfsorientierte, individuelle Veranstaltung zusammenstellen. Die Themen können einzeln gebucht oder miteinander kombiniert werden. Jeder Workshop dauert in der Durchführung etwa 1 - 2 Stunden.
Neben einem fachlichen, wissensbezogenen Input besprechen wir mit Ihnen konkrete Beispiele aus der Beratungspraxis und greifen gerne auch auf Ihren ganz persönlichen Erfahrungsschatz zurück.
Unser Weiterbildungsangebot wurde ausgezeichnet und prämiert mit dem 2. Platz des Sächsischen Innovationspreises Weiterbildung 2022
Wir zeigen Formen von Essstörungen auf und geben einen Überblick über verschiedene Ursachen und mögliche Verläufe. Dazu informieren wir über Versorgungssysteme, Zahlen und Fakten. Der Workshop vermittelt auch grundlegend unseren Blick auf Betroffene und Angehörige, die uns in den Beratungen daran teilhaben lassen, wie sie die Welt und deren Entwicklung und Veränderung erfahren.
Essstörungen werden häufig von Zwängen, Schwierigkeiten in der Impulsregulation, Angststörungen oder Depressionen begleitet. Je genauer Betroffene um die Textur ihrer eigenen Essstörung und um verbündete Persönlichkeitsanteile im Kampf gegen die Essstörung wissen, desto größere Chancen haben sie, die Erkrankung loszulassen. Wir beleuchten die Zusammenhänge von Komorbiditäten, Persönlichkeitsmustern und verschiedenen Formen von Essstörungen und gehen ebenso auf den Umgang mit Selbstwertproblemen und Traumatisierungen ein.
Familie, Schule, Peergroup, Beziehungen sowie Lebens- und Wohnformen beeinflussen die Entstehung und den Verlauf von Essstörungen so stark, dass eine Genesung innerhalb eines unbeweglichen Systems oft nur sehr schwer oder gar nicht möglich scheint. Wir möchten zeigen, wie sich Symptome über co-abhängiges Verhalten und gruppendynamische Prozesse manifestieren und sich Essstörungen über transgenerationale Glaubenssätze im System verankern. Auf dieser Grundlage geben wir Einblicke, wie sich systemische Veränderungen positiv auf die Genesung Betroffener auswirken können.
Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Doch wie genau sind sie im Diagnosefeld zu verorten? Während neuere Ansätze, wie etwa die Diskussion von „emotional eating“ oder „food addiction“ Gemeinsamkeiten zu Abhängigkeitserkrankungen nahelegen, begegnen ebenso zentral spezifische Unterschiede. Welcher Substanz etwa wäre das „Hungern“ vergleichbar und wie geht man damit um, dass man von Essen (oder Nichtessen) nicht abstinent werden kann? Diese Zusammenhänge möchten wir im Workshop ebenso aufzeigen wie die Problematik von Suchtverlagerung und Wechselwirkung mit anderen Substanzen.
Die perfekte Art zu essen gibt es nicht. Stattdessen setzt sich individuelles, natürliches Essverhalten aus idealisierten Überzeugungen, Traditionen, erlerntem Genussempfinden, aus körperlichen und emotionalen Bedürfnissen zusammen. In der Abwendung von jedweder Diätmentalität hin zu einem unbefangenen, angstfreien, körperlich gesteuerten und ausgewogenen Essverhalten sind Freude, Geschmack, Lust und Genuss am Essen wegweisend. Neben der Erforschung und Veränderung der Ursachen, die eine Essstörung bedingen braucht auch das alltägliche Essverhalten innerhalb der Therapie selbst Raum, Zeit und Aufmerksamkeit, um gesunden und sich stabilisieren zu können. Diesem Weg (zurück) in einen intuitiven Umgang mit Essen soll hier nachgegangen werden.
Die Verschmelzung von digitalen und analogen Welten verändert die Wahrnehmung und das Bewusstsein für unseren Körper fundamental. Wird im Zeitalter von Chat GPT, Deep fake oder Liebesbeziehungen zu mehr oder weniger realen Personen im virtuellen Raum unsere Beziehung zum Körper neu verhandelt werden müssen? Menschen mit Essstörungen versuchen über ihr Essverhalten, exzessiven Sport oder auch Schönheitsoperationen nicht zuletzt eine Annäherung an die Bilder. Im Workshop werden zuerst essentielle Begriffe, Schnittstellen und Themenfelder skizziert, auf deren Grundlage mögliche Entwicklungen der näheren Zukunft gemeinsam diskutiert werden sollen.
Menschen mit körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen können genauso von Essstörungen betroffen sein. Meistens wird in diesem Zusammenhang über das Gewicht (zu viel/zu wenig) diskutiert und seltener über eine dahinterliegende oder beeinträchtigungsspezifische Essstörung. In diesem Kontext ist die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Stigma, Teilhabe an Ernährung und Umgang mit Assistenz, sowie Selbstbestimmung über den Körper und das Essverhalten zentral. Der Workshop gibt einen Einblick in konkrete Herausforderungen, vor denen Menschen mit Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben stehen, welche Formen von Unterstützung als hilfreich empfunden werden (und welche eher nicht).